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Prüfberechtigung für Mitglieder des BvAP!

Unter Schwimmfachleuten ist bekannt, dass in der Liste der Prüfberechtigten zur neuen Prüfungsordnung-Schwimmen der BvAP nicht aufgeführt ist, obwohl entsprechend ausgebildete BvAP-Mitglieder seit 2014 genau dazu berechtigt sind. Im Ergebnis ein befürchteter Rückfall in die Zeiten, wo BvAP-Mitglieder, welche in öffentlichen Bädern gleichzeitig mit Mitgliedern anderer Verbände unterrichten, viel Energie mit unnötigen Auseinandersetzungen über Prüfberechtigungen verschwendeten.

Daher bat der BvAP-Präsident im Januar den Vorsitzenden des DLRG- und DSV-dominierten Dachverbandes BFS um nochmalige Bestätigung der Prüfberechtigung der zertifizierten BvAP-Mitglieder und bekam im Februar zur Antwort, dass darüber nur die für November geplante Mitgliederversammlung entscheiden könne.

Nach der folgenden Corona-Pause und der nun zu Ende gehenden Sommerferienzeit wendet sich der BvAP nun mit folgendem Text und der Bitte um Unterstützung an die Verantwortlichen der BFS-Verbände.

An die für die Schwimmausbildung Verantwortlichen in den Vorständen der Mitgliedsverbände des Bundesverbandes zur Förderung der Schwimmausbildung (BFS)

Sehr geehrte Damen und Herren,
gleichzeitig mit dem Erhalt der neuen Prüfungsordnung, in der die prüfberechtigten Organisationen aufgelistet sind, erreichten mich diverse Anrufe unserer Mitglieder, die auf Grund des Fehlens des BVAP in der Liste der Prüfberechtigten befürchten, dass nun die seit 2014 überwunden erschienenen Diskussionen zu diesem Thema erneut aufflammen. (Seit 2014 dürfen entsprechend ausgebildete BvAP-Mitglieder die Schwimmprüfungen abnehmen).
Daher bat ich im vergangenen Januar per Mail den BSF-Vorsitzenden um eine Klarheit schaffende Bestätigung der Prüfberechtigung unserer entsprechend ausgebildeten Mitglieder.

Die Antwort auf meine Mail vom 24.Januar 2020 teilte man mir am 25. Februar aus der BFS-Zentrale per Mail mit: Der BFS-Vorstand konnte am 19. Februar die BvAP-Anfrage nicht abschließend beantworten und verwies sie daher an die BSF-Mitgliederversammlung im November.

Diese für den BvAP äußerst unbefriedigende Antwort haben wir unseren Mitgliedern übermittelt, die uns nun vor allem mit folgenden Fragen konfrontieren, die wir Ihnen hier zur Kenntnis geben möchten:
Wie ist es zu erklären, dass die Repräsentanten von DLRG und DSV als führende BSF-Organisationen einerseits ständig eine Art Alleinvertretungsrecht in Sachen Schwimmen und Retten für sich geltend machen und andererseits im Zuge einer vergleichsweise unbedeutenden Bestätigung einer bereits vor annähernd sechs Jahren erteilten Genehmigung das erneute Votum aller Mitglieder einholen müssen?
Wie passt derartiges Verhalten zu den in der neuen Prüfungsordnung erwähnten Grundsätzen/Leitlinien - die mehr oder weniger deutlich gewollte Kooperationen, einheitliche Ausbildung bzw. Verhinderung des Auseinanderfallens der Ausbildung anstreben?
Hat man sich das unter dort gewünschter überverbandlicher Zusammenarbeit vorzustellen?
Ist es gar das Echo auf die zweimalige BvAP-Intervention bei der KMK-Konferenz Sport gegen die Ursprungsinitiative zur neuen Prüfungsordnung, als nämlich der DSV durchsetzen wollte, dass bereits von Anfang an keine schwimmerischen Mischformen erlaubt sein sollten, sondern sofort nur sportgerechtes Schwimmen gelehrt werden dürfe, was unter Sportpädagogen speziell für Kindergarten- und Vorschulkinder sowie für ängstliche Anfänger jeden Alters als nicht pädagogisch sinnvoll bzw. nicht entwicklungsgerecht gilt?
Die vorherigen Fragen sind zumeist an die Kernfrage gekoppelt, ob es sich hier (wenn ja, dann leider wieder einmal!) um den Versuch einer Machtdemonstration handelt - was nicht nur sehr nervig für die betroffenen Kursleiter ist, sondern sich letztlich nachteilig für die Schwimmschüler auswirkt, denn streitende Ausbilder sind in jedem Falle ihren Schülern gegenüber abgelenkt/unkonzentriert, was zweifellos nicht nur die Unterrichtsqualität mindert, sondern gleichzeitig das Unfallrisiko drastisch erhöht ?!

In der Aquapädagogik wird seit nunmehr über 40 Jahren sehr erfolgreich ein alternatives Schwimmlehrkonzept durchgeführt, welches Kindern möglichst frühzeitig ein sicheres und vielseitiges Schwimmen ermöglicht und damit die Basis für den späteren Einstieg in die unterschiedlichsten Wassersportarten schafft. Die nötigen inhaltlichen und organisatorischen Neuerungen sind nahezu überall ohne zeitlichen oder finanziellen Mehraufwand durchführbar. Das Konzept ist in Fachbüchern und Lehrfilmen veröffentlicht. Ein neutraler Test weist die Ergebnisse nach. Das Interesse unter unvoreingenommenen Fachleuten ist international sehr groß. Nachweislich ist es für „Normalkinder“ (nicht nur für früherkannte Talente!) möglich, die Schwimmausbildung als Dreijährige zu beginnen und noch im frühen Vorschulalter einen außergewöhnlich hohen Könnensstand zu erlangen. Dabei werden nebenher Grundlagen für allgemeine Bewegungserfahrung und -Freude und ebenso das Hineinwachsen in die unumgänglichen Verhaltensweisen für jeden gemeinsamen Sportbetrieb wie Respekt, Fairness und Anerkennung der nötigen sportartspezifischen Regelwerke gefördert. Im Konzept der Schwimmausbildung findet der Grundsatz „vom Leichten zum Schweren“ besondere Beachtung - mit der Konsequenz, dass die Aquapädagogik ganz bewusst zunächst auch „Mischformen“ und selbst bislang völlig unbekannte „Eigenkreationen“ zugunsten einer frühen, oftmals ungläubig bestaunten Wassersicherheit zulässt. Selbstverständlich werden die Kinder später entsprechend ihrer individuellen Lern- und Entwicklungsfortschritte an sportgerechte Bewegungsmuster herangeführt. In Folge dessen haben nachweislich unzählige Kinder ihren Weg zum Sport- und Rettungsschwimmen gefunden. Wenn die diesbezüglichen Zahlen rückläufig sind, liegt das sicherlich nicht an den erlaubten „Mischformen“, sondern vielmehr an allgemeinen gesellschaftlichen sowie an verbandsinternen Entwicklungen.

Obwohl der Schwimmunterricht aktuell aus bekannten Gründen über Monate nahezu komplett ausgesetzt war, bin ich es unseren BvAP-Mitgliedern und deren Schwimmschülern schuldig, nochmals eindringlich eine kurzfristige positive Entscheidung zu erbitten, um dadurch weiterhin einen sicheren, durch keinerlei unnötige Streitereien beeinträchtigten Unterricht gewährleisten zu können. Da nach entsprechenden Erfahrungen in den Jahren 2000 bis 2015 leider zu befürchten ist, dass der BFS-Vorstand eine derartige Entscheidung hinauszögern möchte, halte ich es im Interesse der Kindersicherheit für dringend erforderlich, die Vorstände der BFS-Mitgliedsverbände mit dieser Mail über den Sachstand in Kenntnis zu setzen, verbunden mit der Bitte, sich im BFS für eine entsprechend schnelle und eindeutige Entscheidung einzusetzen.

Ergänzend bleibt für den BvAP zu erklären, dass es für unseren Verband weiterhin darum geht, den entsprechend ausgebildeten Kindern ihre verdiente Belohnung in Form der üblichen Abzeichen und Urkunden übergeben zu können, wobei unsere entsprechend ausgebildeten „Prüfberechtigten“ ausnahmslos Ehrenerklärungen unterzeichnen, die sie verpflichten, den Prüflingen mehrere zusätzliche Sicherheitsaufgaben abzuverlangen. Ferner ist es nach unserem Verständnis von Fairness angebracht, in diesem Zusammenhang dem BFS beizutreten und dazu nochmals zu erklären, dass wir keinerlei Ansprüche an Zuwendungen aus den Lizenzgebühren für Urkunden und Abzeichen geltend machen werden.

Abschließend möchte ich mich bei Herrn Professor Kurt Wilke herzlich bedanken, der sich nach einem längeren Telefonat vor wenigen Tagen per Mail beim BSF für obiges Anliegen einsetzte. Daher hoffe ich im Hinblick auf die zukünftigen Schwimmgenerationen auch auf Ihre Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen
Uwe Legahn
BvAP-Präsident

Kontakt bei Rückfragen:
Christian Zwengel (Mitglied des Präsidiums)

Bundesverband für AquaPädagogik e.V.
Beckedorfer Bogen 9a
21218 Seevetal

Email: info@bvap.de